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hier bloggen Teilnehmer des Marsches zu Themen rund um das Thema Caracallafeldzug 2013

Die Routen abseits der Marschroute - Reisen im römischen Reich
Von Ralf, geschrieben am Dienstag, 16. April 2013 um 08:06 Uhr

Projekt der Stanford University unter http://orbis.stanford.edu/

Um im römischen Reich vorwärts zu kommen, war das außergewöhnliche Straßennetz bestimmt von großem Nutzen, insbesondere für das Militär. So konnten große Truppenkontingente schnell und kostengünstig verlegt werden, bedurfte es doch dazu keiner Schiffe und auch nicht allzu viel Tross, weil die Soldaten einen wesentlichen Teil ihrer Ausrüstung selbst zu tragen hatten. Aber auch für den zivilen Reisenden war es angenehmer auf gepflasterten Straßen, die das Regenwasser seitlich ableiteten, zu wandern, als auf sumpfigen Trampelpfaden.

Dennoch basierten das Reisen & der Warentransport hauptsächlich auf dem Wasserwegenetz, entlang der Flüsse und natürlich über das Meer, was für Schwerlasten effektiver ist als ein Ochsenkarren. Schließlich baute sich das Römische Reich um das Mittelmeer herum auf, welches die Römer auch ihr Eigentum nannten (MARE NOSTRUM), zum anderen wurde es auch nördlich und westlich größtenteils vom Atlantik und an den meisten anderen Grenzen ebenfalls durch Flüsse und Meere begrenzt.

Das Straßennetz war derart gut ausgebaut, dass es auch nach dem Reichsende noch viele Jahrhunderte trotz fortschreitendem Zerfall genutzt werden konnte und Kopien von Straßenkarten auf dessen Grundlage noch lange Verwendung fanden (Tabula Peutingeriana). Das Reisen richtete sich nach derart zahlreichen Faktoren, von der Verfügbarkeit unterschiedlichster Verkehrswege bis hin zur Reisezeit, so dass der scheinbar geographisch kürzeste Weg nicht unbedingt auch der schnellste oder kostengünstige sein musste.

Die Stanford University hat hierzu unter Verwendung umfangreicher historischer, topographischer und meteorologischer Parameter einen „römischen Routenplaner“ entwickelt, welcher u.a. der vorzüglichen Dokumentation der römischen Verwaltung über das Straßennetz zu verdanken ist – eine sehr interessante Seite unter http://orbis.stanford.edu/, welche eine besser Vorstellung über die Art und Weise des Reisens vor 2000 Jahren erschließt.

About

Interessierte Freizeitrömer stellen in einer spektakulären Aktion den Feldzug des römischen Kaisers Caracalla nach und marschieren mit wissenschaftlicher Betreuung und nur mit historisch belegter Mittel die Strecke von Aalen bis Osterburken.

Credits

Studio Orange WalheimREDAXO